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KomDat Ausgabe: 2025/03

Editorial:

Die Kinder- und Jugendhilfe ist in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gewachsen – bedingt durch eine Leistungsausweitung im Lichte steigender und komplexer werdender Anforderungen an das Aufwachsen junger Menschen. Mit dem Ausbau sind auch die finanziellen Aufwendungen für die vielfältigen Leistungsbereiche der Kinder- und Jugendhilfe deutlich gestiegen; nicht zuletzt auch aufgrund zunehmender Qualitätsanforderungen im Kontext von Förderung, Unterstützung und Schutz von Kindern, Jugendlichen und jungen Volljährigen. Gleichzeitig geraten viele Kommunen angesichts angespannter Haushaltslagen zunehmend unter Druck, diesen Anforderungen weiterhin gerecht zu werden. Hinzu kommen immer lauter werdende kritische Stimmen auf Länder- und Bundesebene, die die Frage nach der Leistungsfähigkeit der Kinder- und Jugendhilfe ins Blickfeld rücken (möchten). 

Seit jeher haben wir in KomDat regelmäßig die Kostenentwicklungen der Kinder- und Jugendhilfe kommentiert. Angesichts der aktuellen politischen Debatten, die nicht selten Gefahr laufen, verkürzt geführt zu werden, werden verlässliche Daten und fundierte Einordnungen wichtiger denn je. Daher richten wir in diesem und in den kommenden KomDat-Heften den Blick noch stärker auf die Kostenentwicklungen in der Kinder- und Jugendhilfe und ihren verschiedenen Leistungsbereichen. Der Beitrag dieses Hefts untersucht die Gründe für den anhaltenden Ausgabenanstieg in den beiden größten Feldern: der Kindertagesbetreuung und den Hilfen zur Erziehung. 

Darüber hinaus informieren wir Sie auf Grundlage der neuesten Daten über aktuelle Entwicklungen bei Inobhutnahmen, Adoptionen, Amtsvormundschaften, den Eingliederungshilfen nach SGB IX sowie – mit Daten aus 2025 – die Kindertagesbetreuung. In all diesen Arbeitsfeldern deutet sich an, dass die Zeit des starken Ausbaus vorerst vorbei ist, teilweise sogar rückläufige Tendenzen erkennbar sind. Abgerundet wird das Heft durch zwei methodische Beiträge: einer zu den aktualisierten Bevölkerungszahlen aufgrund eines neuen Zensus aus dem Jahre 2022 sowie ein weiterer zu den daraus resultierenden veränderten Betreuungsquoten in der Kindertagesbetreuung. 

Wir wünschen Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre!

Inhalt:

Meiner-Teubner, Christiane / Tiedemann, Catherine:
Kindertagesbetreuung 2025 – Ende des Ausbaus?
Gnuschke, Elena / Manhave, Daniel / Mühlmann, Thomas:
Inobhutnahmen 2024 – weniger Maßnahmen, aber mehr Betreuungskapazitäten notwendig
Froncek, Benjamin:
Eingliederungshilfen gemäß SGB IX für Minderjährige – nachlassendes Wachstum in 2024
Froncek, Benjamin:
Amtsvormundschaft, Amtspflegschaft und Beistandschaft in 2024: erste Auswirkungen der Reform des Vormundschaftsrechts sichtbar?
Fendrich, Sandra / Mühlmann, Thomas:
Die wachsende Bedeutung der Stiefkindadoptionen – auch in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften
Schößler, Sebastian / Olszenka, Ninja:
Plötzlich weniger junge Menschen? Neue Bevölkerungszahlen nach dem Zensus 2022 und ihre Folgen für die Kinder- und Jugendhilfe
Böwing-Schmalenbrock, Melanie / Afflerbach, Lena Katharina / Wieschke, Johannes:
Verringerung der Betreuungslücke? Auswirkungen des neuen Zensus auf zentrale Kennzahlen der Kindertagesbetreuung
Schayani, Nikolai / Mühlmann, Thomas / Rauschenbach, Thomas / Olszenka, Ninja / Afflerbach, Lena Katharina:
Die Kostenexpansion auf dem Prüfstand. Kinder- und Jugendhilfe zwischen Inflation, Leistungsausweitung und Qualitätsverbesserungen