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Ausbau der Kinder- und Jugendhilfe vorerst gebremst

Die neue Ausgabe von KomDat Jugendhilfe beleuchtet aktuelle Entwicklungen in den verschiedenen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe. Die Phase des starken Ausbaus scheint vorerst beendet – in einigen Bereichen sind sogar rückläufige Tendenzen zu erkennen. Zugleich geht das Heft der Frage nach, warum die öffentlichen Ausgaben für Kindertagesbetreuung und Hilfen zur Erziehung seit einem sehr langen Zeitraum steigen. Auch künftig wird das Thema der Kostenentwicklung in KomDat Jugendhilfe noch stärker in den Blick genommen.

 

Trendwende in der Kinder- und Jugendhilfe? Weitere Rückgänge in der Kindertagesbetreuung, gebremster Ausbau und erste Rückläufe in anderen Leistungsfeldern

Nach dem ersten bundesweiten Rückgang im Vorjahr sind die Kinderzahlen in der Kindertagesbetreuung in 2025 erneut gesunken. Während diese Entwicklung in Ostdeutschland bereits seit Jahren zu beobachten ist, u.a. bedingt durch sinkende Geburtenraten, fällt nun auf, dass auch in Westdeutschland im U3-Bereich ein erneuter Rückgang erfolgt ist. Dies geschieht, obwohl dort weiterhin eine deutliche Lücke zwischen Angebot und Nachfrage besteht. Zwar müssen die aktuellen Daten im Kontext der neuen Bevölkerungsfortschreibung auf Basis des Zensus 2022 vorsichtig interpretiert werden, doch deuten die rückläufigen Einrichtungs- und Personalzahlen in Ostdeutschland sowie das nachlassende Wachstum in Westdeutschland auf eine mögliche Trendwende hin.

Auch andere Leistungsfelder zeigen Anzeichen einer Abschwächung: Bei den Amtsvormundschaften und den Adoptionen bleiben 2024 die Zahlen in etwa auf dem Vorjahresniveau, in den Inobhutnahmen sind sogar Rückgänge erkennbar. Selbst im bislang stark expandierenden Bereich der Eingliederungshilfen nach SGB IX scheint sich der rasante Ausbau vorerst zu verlangsamen.

Kostenentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe bleibt herausfordernd

Seit zwei Jahrzehnten sind bei den öffentlichen Aufwendungen für die Kinder- und Jugendhilfe jährliche Rekordwerte zu beobachten. Während die Ausgaben in den 1990er-Jahren noch moderat zugenommen haben, sind diese seit etwa Mitte der 2000er-Jahre deutlich gestiegen. Ein differenzierter Blick auf die beiden größten Arbeitsfelder – die Kindertagesbetreuung (KiTa) und die Hilfen zur Erziehung – offenbart sowohl gemeinsame als auch unterschiedliche Einflussfaktoren. In der KiTa-Landschaft trugen insbesondere der massive Ausbau im U3-Bereich, aber auch der Ü3-Plätzeausbau sowie qualitative Verbesserungen, wie z.B. der Personal-Kind-Schlüssel oder die Ausweitung der Eingliederungshilfe, zum Kostenanstieg bei. Auch die Erziehungshilfen haben sich im Zuge des enormen Ausbaus der ambulanten Hilfen deutlich ausgeweitet sowie durch intensive Kinderschutzdebatten qualitativ verbessert und erschlossen nicht zuletzt neue Zielgruppen durch die zeitweise gestiegenen Unterstützungsbedarfe von geflüchteten Minderjährigen – alles im allem Faktoren, die zu wachsenden Aufwendungen führten. Hinzu kommt der enorme Ausbau von Eingliederungshilfen bei einer seelischen Behinderung insbesondere im schulischen Kontext. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist zudem die allgemeine Preisentwicklung: Zwischen 2006 bis 2023 wurden mindestens 43% des nominalen Ausgabenanstiegs der gesamten Kinder- und Jugendhilfe von der Inflation ausgeglichen.

 

Kontakt:

Agathe Tabel
0231/755-6583
agathe.tabel@tu-dortmund.de


Dr. Christiane Meiner-Teubner
0231/755-8188
christiane.meiner@tu-dortmund.de

Abgebildet ist das Titelblatt der Zeitschrift „KomDat – Kommentierte Daten der Kinder- und Jugendhilfe“. Es handelt sich um die Ausgabe Dezember 2025, Heft Nummer 3. Die Zeitschrift wird von der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik (AKJStat) an der TU Dortmund herausgegeben. Das Cover ist anklickbar und führt zum Download der Ausgabe.

Weitere Neuigkeiten

Kurzanalyse der AKJStat zu den Daten der Hilfen zur Erziehung und 35a-Hilfen im Jahr 2024

Abgebildet ist die erste Seite der Kurzanalyse zu den Daten der Hilfen zu Erziehung und 35a-Hilfen aus 2024, die 2026 von der AKJStat  veröffentlicht wurde. Der Untertitel lautet "Anstiege bei Erziehungsberatungen, familienorientierten Hilfen und 35a-Hilfen,  „UMA-Effekte“ vor allem bei Hilfen für junge Volljährige". Oben rechts steht das Logo der AKJStat. Ein Diagramm zeigt den Anstieg der Hilfen zur Erziehung in Deutschland zwischen den Jahren 2010 und 2024.

Im Jahr 2024 zählten die Jugendämter und Erziehungsberatungsstellen 1.259.794 junge Menschen unter 27 Jahren, deren Eltern eine Hilfe zur Erziehung (HzE) oder die selbst eine Hilfe für junge Volljährige in Anspruch genommen haben. Das sind knapp 4% mehr als im Vorjahr und ein…

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Tagungsprogramm: Fachtagung zu den Hilfen zur Erziehung in NRW am 07.07.26 in Gelsenkirchen

Abgebildet die Vorderseite des Flyers, der das Programm der Fachtagung zu den Hilfen zur Erziehung in NRW präsentiert. Die Tagung findet am 07.07.2026 im Wissenschaftspark Gelsenkirchen statt und wird von den Landesjugendämtern Rheinland und Westfalen-Lippe sowie der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik veranstaltet. Das vollständige Tagungsprogramm und Informationen zur Anmeldung sind dem Flyer zu entnehmen, der ganzheitlich am Ende der Newsmeldung heruntergeladen werden kann.

Anmeldung ab sofort möglich!

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„Vorinfo“ zum HzE-Berichtswesen NRW 2026 erschienen

Abgebildet ist die Titelseite des HzE Berichts 2026. Der Titel lautet: „Entwicklungen bei der Inanspruchnahme und den Ausgaben erzieherischer Hilfen in Nordrhein-Westfalen. HzE Bericht 2026. Erste Ergebnisse. Datenbasis 2024.“ Die Autorinnen sind Agathe Tabel, Julia Erdmann und Sandra Fendrich. Herausgeber sind folgende Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe in Nordrhein Westfalen: Die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik, der Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut und Technische Universität Dortmund, das LWL Landesjugendamt Westfalen sowie das LVR Landesjugendamt Rheinland. Unten auf der Seite stehen die Logos dieser Organisationen. Der Bericht kann unter der Newsmeldung heruntergeladen werden.

Die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik hat das „Vorinfo“ zum HzE-Berichtswesen 2026 für das Land Nordrhein-Westfalen veröffentlicht.

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